XVI

Der Systemausfall

Krise · Crash · Ungeplante Disruption · Ausfall · Resilienz

Aufrecht

Eine Krise kann der Katalysator für längst überfällige Modernisierung sein. Der Systemausfall macht schmerzhaft sichtbar, was längst hätte geändert werden müssen – fehlende Redundanz, mangelndes Monitoring, veraltete Failover-Konzepte. Jetzt, in der Krise, hat die IT endlich die ungeteilte Aufmerksamkeit des Managements und das Budget für echte Verbesserungen. Kluge Organisationen nutzen den Moment: Sie bauen nicht nur das Kaputte wieder auf, sondern etablieren Incident Response, Chaos Engineering und Site Reliability Engineering als dauerhafte Praxis. Jeder gut gemanagte Systemausfall hinterlässt eine resilientere Organisation – wenn die Lessons Learned nicht nur dokumentiert, sondern tatsächlich umgesetzt werden.

Umgekehrt

Katastrophe ohne Lehren: Ungeplante Downtime trifft eine völlig unvorbereitete Organisation. Kein Incident-Response-Plan, keine getesteten Backups, keine definierte Kommunikationskette – das Team improvisiert unter Druck, während die Geschäftsführung den Schaden noch nicht einmal beziffern kann. Laut Gartner kosten IT-Ausfälle durchschnittlich 5.600 Dollar pro Minute, und die reputativen Schäden sind oft größer als die finanziellen. Der Ausfall wird zum Desaster mit langfristigen Folgen: Kundenvertrauen geht verloren, Verträge werden gekündigt, und das regulatorische Nachspiel beginnt. Das Tragischste: Nach dem Restart wird alles genauso weitergemacht wie vorher – bis zum nächsten Ausfall.